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Prolog - Im Schatten der Drohung

„Und wofür hast du das, wenn nicht, um einen Hinweis darauf zu finden?“ Georges Finger krallen sich so fest um das Blatt, dass sich die Knöchel weißlich abzeichnen. Auf dem Papier prangt meine Zeichnung des hölzernen Kästchens. Mein Hals schnürt sich zu, ich schlucke schwer und taste unbewusst nach der Tischkante, klammere mich daran, als könne sie mir Halt geben.

Warum musste er ausgerechnet jetzt auftauchen? Ich hatte keine Gelegenheit, die Papiere zusammenzuraffen und zu verstecken, ehe er den Raum betreten hat.

Sein Blick tastet mich langsam ab, prüfend, von oben bis unten – obwohl er kaum größer ist. Sein Kiefer arbeitet, als würde er Worte zermahlen, die er nicht ausspricht.

„Es ist bedeutungslos. Ich hoffte, etwas zu finden – aber es war eine Finte.“

Ich hefte meinen Blick hastig auf ein anderes Blatt, voll wirrer, zusammenhangloser Notizen. Meine Finger trommeln rastlos auf der Armlehne, bis ich sie mit Gewalt zum Stillstand zwinge.

Georges Gewicht senkt sich auf die Ecke des wackeligen Tisches, der bedrohlich knarrt. Sorgfältig legt er das Blatt neben sich, fährt mit der Hand über die Kante, als wolle er meine Arbeit abwerten, und schweigt. Sein Blick haftet an der maßstabsgetreuen Zeichnung der Truhe.

„Warum hast du es nicht unseren Leuten gezeigt? Vielleicht hätten sie etwas entdeckt.“ Die Stimme ruhig, doch schneidend – Misstrauen, das schärfer ist als jedes Messer. Er glaubt mir kein Wort.

„Weil es unbedeutend ist. Das sagte ich bereits.“ Ich verschränke die Hände im Schoß, lehne mich zurück und versuche, Gelassenheit zu wahren, während mein Fuß unruhig über den Boden kratzt.

Seine Augen bleiben kalt. Nur das feine Zucken seines Lids verrät, dass er längst hinter meine Fassade sieht. Tiefe Falten graben sich in sein ehemals glattes Gesicht, die sonst übliche Freundlichkeit ist verschwunden.

„Wie geht es Elisa?“ Seine Stimme klingt weich, fast rauchig – und dennoch schwingt darin eine Drohung mit, unüberhörbar.

Meine Finger krallen sich in den Stoff meines Kleides. „Ich habe einen anderen Anhaltspunkt. Einen vielversprechenderen.“ Ich dränge seine Frage zur Seite und halte ihm stattdessen die Zeichnung des Globus hin.

„An jedem wichtigen Stützpunkt gibt es eine dieser Weltkugeln.“

„Und meiner Enkelin? Wie geht es ihr? Ich würde sie wirklich gern kennenlernen. Schließlich sind wir Familie.“

Mir bleibt die Luft weg. Dann knurre ich: „Lass deine Finger von Joanna.“ Ich springe auf, die Zähne so fest aufeinandergepresst, dass es schmerzt, die Hände zu Fäusten geballt.

Er rührt sich kaum. Nur dieses langsame, kalkulierte Lächeln, das sich auf sein Gesicht schleicht. Er erhebt sich, richtet die Jacke glatt. Unsere Blicke verhaken sich wie Schwerter, die keiner senken will.

„Du hast mich. Du brauchst Joanna nicht“, zische ich.

Ohne Erwiderung dreht er sich um. Seine Schritte hallen schwer über die Dielen, bis die Tür ins Schloss fällt. Stille bleibt zurück – dicht, bedrückend, voller Schatten.

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Kapitel 1

Sag ich dir nicht. :)

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Kapitel 2

Vergiss es.

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Kapitel 3

Versuchs doch weiter :)

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Kapitel 4

Ha Ha

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